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DOMINNO

Demografieorientierte Konzepte zur Messung und Förderung von Innovationspotenzialen

DOMINNO

Demografieorientierte Konzepte zur Messung und Förderung von Innovationspotenzialen
Projektinformationen
Förderkennzeichen (FKZ): 
01HH11015
Projektlaufzeit: 
Januar 2012 - April 2015
Mitglied in Fokusgruppe: 
Demografiemanagement und Vernetzung
Projektsteckbrief: 
Beteiligte Institutionen
Value Partner: 
Kontaktinformationen
Ansprechpartner/-in: 
Adresse:
Driverstraße 22
49377 Vechta
de
Telefon: [+49] 4441-15-411 bzw. 541/535
Faxnummer: 
+49 4441 - 1567411
Kurzbeschreibung

In der modellhaft ausgewählten Pflegebranche ist aufgrund der Alterung der Gesellschaft ein erheblich ansteigender Personalbedarf vorhanden. Demgegenüber stehen hohe Qualitätsanforderungen und ein Mangel an qualifiziertem Nachwuchs. Daher ist es wesentlich, die Attraktivität der Arbeitsplätze zu fördern und zugleich innovative Prozesse in den meist klein- und mittelständischen Unternehmen der Branche zu unterstützen. Zentraler Ansatzpunkt dafür ist das Erleben von Vertrauen und Gerechtigkeit zwischen den betrieblichen Generationen. Bezogen auf Innovationsfähigkeit wurden bisher eher Zusammenhänge zwischen organisationalen Rahmenbe-dingungen und individuellen Alternsprozessen betrachtet; ausgespart war häufig die Verbindung zu demografiebezogenen Konstellationen in Organisationen und einzelnen Arbeitsgruppen. Forschungsbedarf besteht hinsichtlich der Frage, welche Bedeutung Vertrauen und Gerechtigkeit für demografieorientierte Innovationen u.a. in der (stationären) Pflege haben und welche Maßnahmen zur demografiebezogenen Förderung der Innovationsfähigkeit geeignet sind.
Im Verbundprojekt „DOMINNO“ werden hemmende und förderliche Bedingungen der altersübergreifenden Zusammenarbeit in betrieblichen Belegschaften identifiziert und messbar gemacht. Hierbei ist weniger die Zusammensetzung nach kalendarischem Alter der Beschäftigten entschei-dend, sondern vielmehr das soziale und kollektive Alter: Einhergehend mit der Dauer der Betriebs-zugehörigkeit entwickeln sich die sozialen Beziehungen der im Betrieb vertretenen Generationen (soziales Alter): Was denken Beschäftigte mit längerer Betriebszugehörigkeit von denjenigen mit kürzerer Zugehörigkeitsdauer und umgekehrt? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen diesen Generationengruppen? Im Austausch der Beschäftigten untereinander entstehen zudem Auffassungen über die veränderte Altersstruktur im Unternehmen (kollektives Alter): Wird der Betrieb als überaltert empfunden? Welche Folgen werden damit verbunden? Mit dem Wissen um diese demografiebezogenen Konstellationen wird es möglich, Veränderungsprozesse gezielt zu stimulieren, bspw. durch Veränderungen in der Zusammensetzung von Arbeitsgruppen oder im sozialen Umgang. Damit wird in den Unternehmen zu einem vertrauensvollen, wertschätzenden, generationengerechten und innovationsförderlichen Umgang miteinander beigetragen.
Den Ausgangspunkt des Projektes bilden die jeweiligen betriebsspezifischen Konstellationen der organisationalen (Teil-)Systeme (Projektteams, Abteilungen, Gesamtorganisation). Neben der demografischen Struktur (Alter, Geschlecht) und den individuellen Erwerbsbiografien werden wei-tere relevante psychologische Variablen (u.a. Einstellungen, Selbst- und Fremdwahrnehmung des Alters, vertrauensrelevante Erwartungsstrukturen), organisationskulturelle Aspekte der Generationengerechtigkeit und Parameter der Innovationsfähigkeit in ein theoretisches Rahmenmodell integriert, welches die Grundlage für die empirischen Arbeiten darstellt.
An vier Standorten der Alloheim Senioren-Residenzen GmbH wird mit den Belegschaften dieses Gesamtkonzept entwickelt und erprobt, das von weiteren sozialen Dienstleistern genutzt werden kann zur Diagnose, zur Aufdeckung von Handlungsbedarfen und zur Zusammenstellung eines pass-genauen Maßnahmenkatalogs (Leitfaden). Vor allem KMU können auf dieses Unterstützungssystem zugreifen, um frühzeitig auf die sich verändernden Altersstrukturen zu reagieren. Gezielte und umfassende personal- und organisationsbezogene Interventionen führen somit zur Ausschöpfung der Potenziale, die in der Zusammenarbeit der betrieblichen Generationen liegen. Damit wird die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit langfristig gestärkt, Marktchancen und Beschäftigungsmöglichkeiten werden verbessert.